Die Luft auf 4.000 Metern Höhe ist anders. Dünn, klar, und doch erfüllt von einem Duft, der nach Sonne auf Stein riecht, nach trockenem Gras und nach der kühlen Stille der Berge.
Die endlose Weite der Anden: Sanfte Hügel, schroffe Gipfel, tiefe Täler – ein Flickenteppich aus Gold, Grau und Weiß. Am Tag brennt die Sonne heiß auf die Hochebene, in der Nacht sinken die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. Und genau hier, in dieser Welt aus Gegensätzen, leben die Vikunjas. Das Klima prägt ihre Wolle: federleicht, wärmend, atmungsaktiv. Jede Faser ist ein kleiner Überlebenskünstler – gemacht für Temperaturstürze, Windböen und die gleißende Sonne auf dem Dach der Welt. Wenn man hier oben steht, versteht man, warum diese Tiere so besonders sind. Die Anden sind mehr als nur ein Lebensraum – sie sind eine Schatzkammer, die nur das Allerbeste hervorbringt.
Die kargen, hochgelegenen Regionen Südamerikas prägen die Wolle – durch Hitze am Tag, Frost in der Nacht.
Der Lebensraum des Vikunjas erstreckt sich über die zentralen Anden Südamerikas. Diese Gebirgsregion zeichnet sich durch Höhenlagen zwischen 3.200 und 4.800 Metern aus. Das Klima ist von extremen Temperaturschwankungen geprägt: Tagsüber können die Temperaturen in der Sonne auf über 20 °C steigen, während sie nachts oft unter den Gefrierpunkt fallen.
Die Vegetation in diesen Höhen ist spärlich und besteht vor allem aus sogenannten »Puna-Grasflächen«, Polsterpflanzen und niedrigen Sträuchern. Diese Pflanzen sind an Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung und nährstoffarme Böden angepasst. Die isolierte Lage und die klimatischen Bedingungen bieten den Vikunjas Schutz vor vielen Fressfeinden, stellen aber auch hohe Anforderungen an ihre Anpassungsfähigkeit.
Vikunjas bewohnen Höhenlagen zwischen 3.200 und 4.800 Metern. Hier, wo die Luft dünn ist und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht extrem sind, haben sie sich perfekt angepasst: Ihr Herz-Kreislauf-System ist für den Sauerstoffmangel optimiert, und ihr dichtes, federleichtes Fell schützt sowohl vor eisiger Kälte als auch vor starker Sonneneinstrahlung.
Schon vor Jahrhunderten ehrten die Inka Vikunjas wie heilige Wesen. Heute, wenn man ein Kleidungsstück aus Vikunjawolle in den Händen halte, spürt man diesen Augenblick wieder. Den Blick dieser Tiere. Den Hauch der Berge. Und das Wissen, dass echter Luxus nicht laut, sondern leise ist – und seinen Ursprung in einer Begegnung auf 4.000 Metern Höhe haben kann.